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Der Kokon

  • 18. Mai
  • 2 Min. Lesezeit



Seit Wochen spürte sie ein wiederkehrendes Unbehagen in sich – durch innere alte Muster, begleitet von unerklärlichen Emotionen, die sich in ihr bemerkbar machten. Es gab keinen wirklichen Anlass oder Ereignisse, die diesen emotionalen Zustand erklären könnten. Und doch fluteten diese Emotionen ihren inneren Raum: Zweifel, unsichtbare Fesseln, aufsteigende Wut, wie ein verschluckter Schrei.


Sie richtete ihre Aufmerksamkeit nach innen, ging in ihr Herz und öffnete sich für das Bewusstseinsfeld, um Antworten aus dieser hohen Intelligenz zu empfangen.

„Woher kommt diese Schwere, die nicht im Einklang mit meiner Essenz ist?“, fragte sie.


Da entstand ein Bild: Sie sah sich selbst in einer Zwangsjacke, gewebt aus Fäden innerer Kontrolle, die sich eng um sie legten. Unter dieser Enge pochte etwas Lebendiges – eine Energie, die nicht frei fließen konnte. Mal drängte sie sich als Wut hervor, mal als reine Lebenskraft, verschlossen und blockiert zugleich. Es fühlte sich unbeweglich und eingeengt an, wie ein Baby, das man fest einwickelt, um es zu beruhigen.


Vor ihrem inneren Auge entstand ein weiteres Bild - ein Kokon.

Wie bei der Raupe regte sich auch bei ihr etwas, das sich nach Entfaltung sehnte. In manchen Momenten fühlte sie den Schmetterling bereits in sich – frei, leicht und voller pulsierender Lebensenergie.


Und doch fühlte sie sich noch im Kokon gefangen – schwer und eingeengt von alten Strukturen und Glaubenssätzen, die wie Fäden den Kokon umspannten.


„Warum spürte sie diese Enge in letzter Zeit so deutlich?


Die Antwort kam leise, aber klar: Die Enge, das Unbehagen und die Begrenzung sind nötig, damit sie erkennt, was sie zurückhält. Nur durch dieses aufsteigende Unbehagen, kann der Moment entstehen, in dem kein Ausweichen mehr möglich ist – in dem der Schmetterling in ihr bereit ist, auszubrechen.


Sie erkannte ihre Selbstkritik, ihre Selbstzweifel und den Drang, alles richtig machen zu wollen - ein stilles, unbewusstes Spiel der Selbstsabotage, durch das sie sich klein hielt - wie eingewickelt im Kokon - noch unfähig, ihre eigene Größe zu sehen.

Durch die Erkenntnis, dass sie dieses alte Spiel lange genug erfahren hatte und sich nur selbst durch inneres Wachstum befreien konnte, begannen Risse im Kokon zu entstehen – nicht durch Gewalt, sondern durch die Kraft des Wachstums.


Schließlich zersprang der Kokon und war durchlässig. Die Energie – die Gefühle, die Lebenskraft – konnten frei fließen, ohne sich im Inneren gegen sie zu wenden. Die alten Programme der Selbstkritik und der Selbstsabotage liefen ins Leere. Das Geflecht aus Begrenzung, das sie so lang klein gehalten hatte, existierte nicht mehr.


Zum Abschluss wandte sie sich noch einmal an das Bewusstseinsfeld und fragte: „Was ist jetzt im Alltag wirklich wichtig für mich?“


Halte in dir die Erkenntnis aufrecht, dass der Kokon aufgebrochen ist und deine Lebensenergie frei fließt.

 
 
 

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